Sie wollen eine Immobilie kaufen? Egal, ob Haus oder Wohnung, Neu- oder Altbau – zunächst einmal müssen Sie wissen, wie viel „Betongold“ Sie sich leisten können. Warum eine Probebaufinanzierung Ihnen dabei hilft und Ihnen sogar Vorteile beim Immobilienkauf verschafft, erfragen wir in unserem VR Experten-Talk.
Unsere Gesprächspartnerin ist Irmgard Steudtner. Sie ist Baufinanzierungsspezialistin in der VR Bank Metropolregion Nürnberg eG.
Macht es Sinn, sich in der aktuellen Marktsituation nach einer Immobilie umzuschauen?
Auf der einen Seite steigen die Immobilienpreise immer mehr – auf der anderen Seite ist das Finanzierungsumfeld zwar gestiegen, aber immer noch günstig. Daher kann der Erwerb einer Immobilie auch jetzt durchaus sinnvoll sein.
Bevor Sie auf die Suche gehen, ist es aber wichtig, dass Sie Ihre finanziellen Möglichkeiten kennen. Meinen Kunden empfehle ich deshalb eine Probebaufinanzierung.
Wie gehen Sie bei so einer Probebaufinanzierung vor?
Wir machen einen klassische Haushaltsrechnung mit allen Einnahmen und Ausgaben, um eine mögliche Finanzierungsrate zu ermitteln. Dabei geht es darum, alles so realistisch wie möglich einzuschätzen. Zusammen mit einem eventuell verfügbaren Eigenkapital ergibt sich dann die Investitionssumme.
Gibt es weitere Punkte, die Sie bei der Berechnung berücksichtigen?
- Die Nebenkosten bei einem Kauf betragen ca. 10 % und mehr.
- Die laufenden Kosten einer Immobilie sind ca. 20 % höher als die eines Mieters.
- Denken Sie an die Bildung von Rücklagen für Reparaturen und Renovierung.
- Rechnen Sie einen Puffer für alle Eventualitäten ein – sowohl für die Immobilie als auch für das „normale“ Leben.
Haben Sie eine „Faustformel“ für eine perfekte Baufinanzierung?
Unsere Empfehlungen lauten:
Maximal 35 – 40 % des monatlichen Nettoeinkommens sollten für Zins und Tilgung verwendet werden.
Spätestens beim Eintritt in den Ruhestand sollte der Kredit weitgehend abbezahlt sein.
In welcher Preiskategorie kann ich mich nach einer Immobilie umschauen?
Nehmen wir an, bei der Probebaufinanzierung haben wir 1.800 Euro als mögliche Rate ermittelt und dazu Guthaben in Höhe von 40.000 Euro. Dann ergibt sich bei einer Annahme von 1,5 % bis 2,0 % Tilgung und 4,0 % bis 4,5 % Zins eine Finanzierungssumme von ca. 360.000 Euro.
Unter Berücksichtigung von ca 10 % Nebenkosten beim Kauf und dem vorhanden Eigenkapital von 40.000 Euro kommen wir auf ca. 400.000 Euro, die Ihre Immobilie maximal kosten sollte. Die Nebenkosten sollten mindestens an Eigenkapital vorhanden sein und am besten noch weitere 10 % bis 15 % Eigenkapital.
Bitte berücksichtigen Sie zudem, dass bei bestehenden Immobilien auch Renovierungskosten dazukommen können.
Wie geht es nach der Probebaufinanzierung weiter?
Nach der Probebaufinanzierung erhalten Sie von uns ein Käuferzertifikat. Dieses enthält die Angabe, bis zu welchem Kaufpreis Ihnen ein Immobilienkauf möglich ist. Damit können Sie nachweisen, dass Sie sich Ihre Wunschimmobilie leisten können.
Welche Vorteile bringt mir die Probebaufinanzierung?
Sie verschafft Ihnen Pluspunkte bei einer Besichtigung oder einem Maklertermin und damit Verhandlungsvorteile gegenüber anderen Bewerbern. Das ist gerade in der aktuellen Marktsituation ein großer Vorteil, da es bei einem Objekt meist viele Interessenten gibt.
Gleichzeitig sollten Sie die ermittelte Rate (abzüglich aktueller Miete) schon einmal testweise zur Seite legen. Das hat zwei Vorteile: Erstens können Sie so schauen, ob die Rate realistisch angesetzt ist und Sie sich nicht zu sehr einschränken müssen. Zweitens bauen Sie so zusätzliches Eigenkapital für den Kauf der Immobilie auf.
Und was mache ich, wenn ich dann meine Traum-Immobilie gefunden habe?
Dann treffen wir uns nochmal zu einem persönlichen Gespräch und stricken das passende Finanzierungskonzept. Dies können wir gerne auch per Telefon oder Videoberatung machen.
Wichtig ist, dass die Finanzierung zum Objekt und zur Ihrer Lebensphase passt. Schließlich ist der Kauf einer Immobilie vermutlich die größte Anschaffung, die Sie in Ihrem Leben tätigen. Deshalb sollte hier auch alles perfekt sein.
Vom Berater ins Marketing – Als frühere Beraterin im Team kann ich meine kreative Ader ausleben und meine vertriebliche Erfahrung mit einbringen. Meine Lieblingsthemen drehen sich rund um das Thema Online!